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Endodontie gestern und heute
Breit angelegte Studien aus den 90-er Jahren (Hülsmann, Weiger) zeigen, dass über 60% der in Deutschland durchgeführten Wurzelbehandlungen Misserfolge sind, ganz zu schweigen von den Fällen, in denen Zähne einfach entfernt werden, die durch eine Wurzelbehandlung erhalten werden könnten. Entsprechend äußerte sich auch einer der bekanntesten deutschen Hochschullehrer im Bereich Endodontie, Professor Hülsmann (Universität Göttingen) auf einer Tagung. Führt eine Wurzelbehandlung nicht zum Erfolg
wird dem Patienten meist eine Wurzelspitzenresektion (WSR) vorgeschlagen,
ein chirurgisch-operativer Eingriff. Ist die vorhandene Wurzelbehandlung
jedoch unvollständig, kann eine WSR nicht erfolgreich sein und führt
oft erneut zum Mißerfolg. Sie ist daher nur in seltenen Fällen
angezeigt. Bis heute ist die Wurzelbehandlung in Deutschland von der Leistungsbeschreibung im Gebührenkatalog der gesetzlichen Krankenversicherung geprägt, die sich seit 1962 kaum verändert hat. So gehen die aktuellen Zeitmesstudien aus dem Jahre 2003 z. B. bei einem Zahn mit 4 Wurzelkanälen von einer Behandlungsdauer von unter 50 Minuten aus. In dieser Zeit ist eine Wurzelbehandlung state of the art jedoch kaum möglich. Die Möglichkeiten zur Durchführung einer
Wurzelbehandlung haben sich in den letzten 10-12 Jahren jedoch rasant
entwickelt. Berücksichtigt man, dass wurzelbehandelte
Zähne oft als Pfeiler für kostenintensiven Zahnersatz dienen,
oder die Wurzelbehandlung oft durch Erhalt strategisch wichtiger Zähne
komfortablen und hochwertigen Zahnersatz erst möglich macht, kann
die Behandlungsqualität in der Endodontie nicht hoch genug bewertet
werden. |